Es handelt sich um sehr seltene, aber auffällige helle Gerölle die einzelne schwarze Körner enthalten. Sie bestehen aus groben Quarz- und Feldspatkristallen mit schwarzen, stark verformten Turmalinen der Varietät Schörl.
Unter Pegmatiten versteht man auskristallisierte Restschmelzen bei der Erstarrung von Magma (z.B. von Granit) oder wenn bei metamorphen Prozessen Gesteine stark erhitzt werden und teilweise aufschmelzen. Die Pegmatit – Schmelzen erstarren bei Temperaturen um 450° C. Da sie sehr dünnflüssig sind, können sie auch in Klüfte und Hohlräume in der Umgebung des Magmas eindringen.
Charakteristisch für Pegmatite sind Elemente, die bei der Hauptkristallisation von Granit oder Gneis keinen Platz in den Kristallgittern von Quarz, Feldspat oder Glimmer finden. Hierher gehören besonders große Ionen wie z. B. Uran und seltene Erden sowie sehr kleine Ionen wie Lithium, Bor, Beryllium, Phosphor und Fluor.
Ein typisches Mineral der Pegmatite ist der Turmalin. Dieses borhaltige Mineral ist chemisch sehr variabel, durchsichtige Kristalle werden als Edelsteine genutzt. Sehr viel häufiger ist allerdings der eisenreiche schwarze Turmalin namens Schörl.
Die Pegmatite als Ausgangsgesteine der Gerölle sind stark vereinfacht dargestellt wohl bei Metamorphosen während des Erdaltertums oder der Kreidezeit (altalpidische Phase) auskristallisiert. Die Gesteine wurden dann im Alttertiär (jungalpidische Phase) nochmals verformt, so dass die Turmalinkristalle vielfach zerbrochen oder verformt wurden.
Kieselsteine aus Pegmatiten ohne Turmalin findet man etwas häufiger, sie dürften aus den Granit- und Gneisgebieten der ostalpinen oder penninischen Decken stammen.
Zuletzt noch eine – zufällige – Urlaubsbeobachtung: Im Bereich des Lachtals bei Oberwölz (Niedere Tauern, Steiermark) sind in Glimmerschiefern zahlreiche, turmalinführende Pegmatitschlieren eingelagert. Man wandert auf manchen Wegen auf weißem Pegmatit mit schwarzen Körnern und Stengeln aus Schörl. Solche Gesteinspartien dürften durchaus häufiger in den ostalpinen Kristallingebieten sein, die Gerölle des Inns aus den Wölzer Tauern zu beziehen, wäre wohl etwas sehr spekulativ.




