
Das Rätselbild für den Monat August zeigt eine Ente mit ihren Jungen. In einem Monat wird diese Art im Zuge der Auflösung näher vorgestellt.
Für Reaktionen, Kritik, aber auch als Angebot für weitere und neue „selbstgeschnitzte Vogelrätsel“, über die sich der Autor sehr freuen würde: k.billinger@eduhi
Auflösung!
Dass es sich bei der Rätselente mit den Jungen um eine Ente handelt, steht außer Frage. Dass sie nicht ins Schema der häufigen Schwimmenten wie Stockente, Schnatterente und Krickente passt, aber ebenso.
Wenn man ein Bestimmungsbuch zu Hilfe nimmt, landet man schnell bei den Tauchenten. Weil auch bei den Tauchenten – einzige Ausnahme ist die Moorente – aber die Erpel eine deutlich markantere Gefiederfärbung aufweisen als diese Ente hier, können wir davon ausgehen, dass es sich um eine weibliche Ente handelt. Die relativ gleichmäßige dunkelbraune Färbung, der graue Schnabel mit der dunklen Spitze und das gelbe Auge deuten in Richtung der schon erwähnten Moorente genauso wie in Richtung Berg- und Reiherente. Kolben-, Tafel- und Schellentenweibchen unterscheiden sich von der gezeigten Ente aber so deutlich, dass wir sie schon jetzt auf die Seite schieben können. Konzentrieren wir uns also auf Moor-, Berg- und Reiherente und nehmen uns die Schnabelbasis vor, die bei der Moorente gar kein Weiß zeigen darf und bei der Bergente sehr viel Weiß zeigen müsste. Dahingegen kann das Reiherenten-Weibchen mehr oder weniger Weiß zeigen. Weil unsere Rätselente hier genau in der Mitte mit etwas Weiß aufschlägt, können wir uns sehr sicher sein, dass es sich um eine weibliche Reiherente mit ihrem Nachwuchs handelt.

Bei diesem Bild einer anderen weiblichen Reiherente – von Georg Stahlbauer – sieht man ein weiteres Merkmal: den immer vorhandenen, aber nicht auf jedem Bild sichtbar angedeuteten Schopf.
Wie schon erwähnt zeigt auch bei Reiherenten der Erpel eine deutlich markantere Gefiederfärbung mit einem deutlich ausgeprägten Schopf. Auf dem folgenden Bild sieht – ebenfalls von G. Stahlbauer – zeigt sich dieser Erpel so wie es sein soll.

Reiherenten waren am Inn bis in die 1980er Jahre am unteren Inn viel häufiger. Gründe dafür sind mehrere, zwei davon möchte ich erwähnen: Zum einen sind ersten beiden großflächigen und tiefen Stauseen schnell verlandet und zum anderen hat sich durch den Bau der Kläranlagen, zuerst in den großen Städten und in weiterer Folge flächendeckend durch das deutlich weniger durch menschliche Fäkalien belastete Wasser die Nährstoffsituation für Insektenlarven, Kleinkrebse und Muscheln so dramatisch verändert, dass die Tauchenten genauso wie die Fische darauf reagiert haben und ihre Häufigkeit stark abgenommen hat.
Auf dem folgenden Bild – von Stephan Selbach – sind ein Reihererpel und zwei Reiherenten abgebildet. Entstanden ist dieses Bild aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht wegen der Reiherenten, sondern wegen der Eisente, die auch ab und zu, meist im Winter, bei uns auf- und abtaucht. Sie zeigt, dass der Inn nach wie vor auch für nordische und daher bei uns seltene Arten attraktiv ist.



