Mit etwas Verspätung der Kieselstein des Monats Oktober: Der „Schillkalk“.
Diesmal ist der Kieselstein des Monats ein nicht allzu häufiges Geröll in unseren Flüssen: Schillkalke. Sie sind wie die meisten Kalke gut gerundet und oft plattig oder stengelig ausgebildet. Schillkalke bestehen aus hellgrauem bis braunem Kalkstein, charakteristisch sind die als Schill bezeichneten Muschelschalen, die diesem Gestein den Namen geben. Die Schalen sind manchmal regellos, manchmal deutlich eingeregelt in einer feinkörnigen kalkigen Matrix eingebettet.
Schillkalke entstehen in Meeresbereichen, in denen Wellenschlag und Strömungen die feineren Sedimentpartikel wie Ton und Feinsand oder Kalkschlamm aufwirbeln und abtransportieren. Die größeren Schalen von Muscheln, Schnecken oder Brachiopoden (Verwandte der heutigen Entenmuscheln) wurden dabei am Meeresboden angreichert. Die Hohlräume zwischen den Schalen füllten sich mit Feinsedimenten, je nach Milieu mit Sand (Schillsandstein), Ton oder mit feinem Kalkschlamm.
Geeignete Bedingungen für die Entstehung von Schillkalken waren – und sind auch heute noch – die Umgebung von Riffen und küstennahen Flachmeeren. Schillkalke und Schillsande entstanden in geeigneten Faziesbereichen zu verschiedensten Zeiten während der Erdgeschichte. Die gezeigten Schillkalkgerölle sind aus Kalken riffnaher Bereiche, die während der oberen Trias vor rund 200 Mio. Jahren abgelagert wurden und teils den Kössener Schichten, teils dem Dachsteinkalk zugerechnet werden.




