Ein Wasservogel, zweifellos, ist der Rätselvogel im November. Fast genauso zweifellos ist das Geschlecht, es handelt sich um eine Ente, ein Weibchen der gesuchten Art. Aber welche ist es?
Das hervorragende Rätselbild ist nicht von mir, sondern von Georg Stahlbauer. Dafür herzlichen Dank!

Die Lösung finden Sie Ende November an diesem Platz im weltweiten Netz!
Weitere – und sehr gerne selbst geschnitzte – Rätsel samt Auflösung bitte gern an diese Adresse schicken:
k.billinger@eduhi.at
Auflösung!
Dass es sich beim Rätselbild um das Bild einer Ente handelt, steht außer Zweifel. Die unauffällige grau-braune Färbung deutet auf eine weibliche Ente hin. Dass sie aber doch anders aussieht als die (weibliche) Stockente oder die weiteren Schwimmenten wie Schnatterenten, Krickenten, Spießenten oder Löffelenten ist deutlich erkennbar. So kommt man näher in das Umfeld der Tauchenten, wozu ich die Reiherenten, Tafelenten, Kolbenenten und (ganz am Rand) auch die Schellenten zähle. Die Moorente wird auch den Tauchenten zugerechnet, unterscheidet sich vom Rätselvogel aber so deutlich, dass sie schon im Vorfeld ausgeschieden werden kann.
Die weibliche Reiherente hat ebenso wie alle Reiherenten im Jugendkleid einen dunklen Kopf und einen einfärbig dunkelbraunen Rücken mit einer deutlich helleren Flanke. Weil bei der Rätselente das nicht mit der obigen Beschreibung zusammenpasst, können wir auch die Reiherente ausscheiden. Das Weibchen der Schellente hat ebenfalls einen dunklen Kopf, der noch dazu im Nackenbereich anders geformt ist als beim Bild der Rätselente.
Zudem ist bei der Schellente der Kopf durch einen durchgehenden hellen Halsring vom grauen Körper abgesetzt. Auch die Schellente kann also getrost ausgeschieden werden.
Beim Abgleichen mit einem Bestimmungsbuch wird klar, dass auch die Kolbenente – wegen der hellbraunen Gefiedergrundfärbung – genauso wie die (ohnehin recht seltene) Eisente – vor allem wegen dem hohen Weißanteil bei der Kopfbefiederung – ebenfalls nicht in Frage kommt. So verbleibt letztendlich nur noch die weibliche Tafelente, bei der alle Bestimmungsmerkmale passen: diffuse beige braune Gesichtszeichnung, markanter dunkler Schnabel mit bläulicher „Spange“ im vorderen Drittel, grauer Rücken und Flanke, wobei diese nach unten zu heller wird und dunkler Steiß.
Im Gegensatz zur schlichten, aber beim genauen Hinschauen doch sehr edlen Gefiederfärbung zeigen Tafelerpel ein deutlich bunteres Erscheinungsbild. Die beiden Fotos von D. Kurz und G. Stahlbauer präsentieren sich in Topform:


Die Tafelente hat mein besonderes Interesse, zählte sie doch in den Jahren 1968 bis 1970 in der Stauseekette am unteren Inn gemeinsam mit der Stockente zu den häufigsten Enten. Weil sie aber seit den 1980er Jahren von Jahr zu Jahr immer seltener wurde, machten sich viele Ornithologen europaweit ernsthafte Sorgen um diese Entenart. Vor allem auch, weil bei uns im Winterhalbjahr bei uns fast ausschließlich Erpel zu beobachten waren. Erfreulich, dass sich, wie sich in den letzten beiden Jahren beim Eingeben der Mittmonatszähldaten zeigt, der Trend zu ändern scheint.
Warum hier eine erfreuliche Trendumkehr zu beobachten ist und vor allem warum, wäre eine nähere Untersuchung wert. Einer von mehreren Gründen könnte sein, dass in den letzten Jahren beim Innwasser eine Änderung der durch die sogenannte Gletschermilch hervorgerufenen Trübung – vor allem im Frühjahr kann man fast von einer „Klärung“ sprechen – zu bemerken ist. Es kann durchaus sein, dass da ein Zusammenhang besteht.
k.billinger@eduhi.at


