Wer bin ich?

Vogelrätsel Nr. 25 mit Auflösung!

Ist es mir bei diesem Foto gelungen, eine Rarität (nicht ganz scharf) abzubilden oder handelt es sich doch um ein Weibchen einer weithin bekannten und bei uns verbreiteten Entenart?

k.billinger@eduhi.at


Auflösung!

Im ersten Moment werden bei dieser dunklen Ente schon Beobachter – zumindest kurz – gezögert haben. Die weiße Gesichtszeichnung dieser Ente deutet nämlich schon sehr auf eine weibliche Bergente – ein seltener Gast aus dem Norden bzw. Nordosten – hin.

Andere Merkmale zeigen aber, dass es sich nicht um diesen seltenen Gast, sondern um eine weibliche Reiherente handelt:
Der Schopf, den Reiherentenweibchen immer und Bergentenweibchen nie haben ist deutlich sichtbar und auch die Andeutung eines hellen Rings vor der schwarzen Schnabelspitze weist eindeutig auf eine Reiherente hin. Reiherenten mit dieser weißen Zeichnung werden von Ornithologen manchmal als „Reiherenten mit Bergentengesicht“ bezeichnet.

Auflösungsbild 1

Auflösungsbild 1 zeigt eine Reiherente – auch diese hat ein angedeutetes „Bergentengesicht“ mit Jungen im Schlossweiher von Hagenau.

In Auflösungsbild 2 sieht man neben einer „normalgesichtigen“ Reiherente auch das Männchen im Prachtkleid.

Auflösungsbild 2

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Reiherenten am unteren Inn viel seltener sind als in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Damals herrschten in den noch deutlich weniger von menschlichen Fäkalien „befreiten“ und noch tiefen Stauseen am unteren Inn hervorragende Bedingungen für Tauchenten. Trotzdem erfreulich, dass einige Reiherentenfamilien auch am deutlich saubereren und nahrungsärmeren Inn zur Brut schreiten. So beispielsweise heuer als Nachnutzer in einem zuvor genutzten Sturmmöwennest mit noch nicht abgebauter Nestkamera. Siehe Bild 3.