Grüne Heupferd 10.08.25 Isolde Ulbig

Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima)Walter Sage

Das Grüne Heupferd ist die größte in der Region vorkommende Langfühlerschrecke  und gehört zu den häufigsten Laubheuschrecken Mitteleuropas. Die Tiere haben eine Körperlänge von etwa 30 bis über 40 Millimetern und sind damit etwas größer als die nah Verwandte und zum Teil im gleichen Gebiet vorkommende Zwitscherschrecke (Tettigonia cantans). Die Legeröhre der Weibchen erreicht eine Länge von weiteren 30 Millimetern. Grüne Heupferde sowie ihre sechs Larvenstadien sind einfarbig grün und haben auf dem Rücken eine braune Längslinie. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern erst ab dem sechsten Stadium als zunächst kleine Ausstülpungen ausgebildet. Beim voll entwickelten Insekt sind sie sehr lang und reichen beim Weibchen bis über die Spitze des Legeröhre. Bei den schon erwähnten Zwitscherschrecken sind die Flügel deutlich kürzer und stark gerundet. Das Grüne Heupferd ist im Vergleich zu vielen anderen Laubheuschrecken ein guter Flieger.
Besiedelt werden Trockenrasen, Brachen, sonnige Weg- und Waldränder, ferner Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Als Kulturfolger lebt das Grüne Heupferd auch in menschlichen Siedlungsgebieten und sogar im Zentrum von Großstädten, sofern eine geeignete Vegetation vorhanden ist.
Intensiv genutzte Felder und Wiesen werden bestenfalls bei hochwüchsiger Vegetation als Singwarten verwendet und ansonsten nicht besiedelt. Die Larven halten sich in der Krautschicht auf, ebenso die frisch geschlüpften Adulten, die später im Jahr Sträucher und Bäume bevorzugen. Sowohl die Larven als auch die geschlechtsreifen Grünen Heupferde ernähren sich hauptsächlich räuberisch von Insekten und deren Larven. Ferner fressen sie an einer Vielzahl von Pflanzen und bevorzugen dabei weiche und krautige Pflanzen. Der Gesang der Männchen ist ein lautes Schwirren, das bis maximal 100 m weit zu hören ist. Dieses Zwitschern ist bei uns von Mitte Juli bis Ende Oktober/Anfang November häufig zu hören. Das Grüne Heupferd ist bei uns weit verbreitet, häufig und gilt daher als nicht gefährdet.