Kieselstein des Monats September:
Die dichten, hellgrauen Augen- und Flasergneise sind hochmetamorphe kieselsäurereiche Gesteine, die ähnlich wie Granit aus Feldspat, Quarz und Glimmer bestehen. Der Name Augengneis wird verwendet, wenn große Feldspatkristalle durch die Metamorphose zu linsenförmigen „Augen“ deformiert wurden. Als flasriges Gefüge wird eine unregelmäßig – wellige Struktur im Millimeter bis Zentimeter – Bereich eines feingeschichteten Gesteins bezeichnet.
Augen- und Flasergneise entstehen aus kieselsäure- und alkalienreichen Sedimenten, z.B. illitisch – kaolinitischen Tonen oder Arkosen bei Drücken von 5 – 10 kbar und Temperaturen 600 – 1000° C bei der Bildung von Faltengebirgen. Bei ähnlich hohen Drücken und Temperaturen können auch bereits erstarrte Granite zu Gneisen deformiert werden. Diese werden nach ihren Ausgangsgesteinen Para- oder Orthogneis genannt und unterscheiden sich durch Begleitminerale und Spurenelemente.
In den Deckeneinheiten der Alpen treten Augen- und Flasergneise an verschiedenen Stellen auf. Man findet sie z.B. im Bereich der Zentralgneise der Tauern und Zillertaler Alpen und in den Kristallingebieten der oberostalpinen Decken der Ötztaler Alpen, der Silvretta und des Oberengadins (s. Bild 2).





