Rätselbild Nr. 23 (E. Ruthmann)

Vogelrätsel Nr. 23 mit Auflösung!

Unser Mai-Rätselbild zeigt eine Limikole. Größe, Schnabel, Beinlänge …, alles „mittelmäßig“. Und doch – wie alle Arten – etwas Besonderes. Um welche Art handelt es sich? Und welche Besonderheit(en) könnte der Vogelrätselmacher meinen?

Die Bilder für dieses Rätsel (Rätselbild und die Auflösungsbilder, die Ende Mai veröffentlicht werden) wurden dankenswerterweise von Dr. Ernst Ruthmann zur Verfügung gestellt.


Auflösung!

Limikolen sind mehr oder weniger langbeinige und mehr oder weniger langschnäbelige Vögel, die an Küsten, Ufern und Feuchtgebieten der verschiedensten Art leben, so ähnlich steht es im „Svensson“, dem derzeit wohl meistverwendeten Bestimmungsbuch für Vögel in Europa.
Die durchwegs „mittelmäßige“ Limikole auf dem Rätselbild ist so eine. Sie ist nicht klein und pummelig wie die Strandläufer, zu denen Alpenstrandläufer oder Zwergstrandläufer zählen. Da gehört die Rätsellimikole nicht dazu. Auf dem Bild sieht man es nicht sehr gut, aber sie ist doch hochbeiniger und eher schlank, wie es die Wasserläufer sind. Weil der Schnabel zwar lang, aber auch nicht ausgeprägt lang ist, fallen Bekassine, Grünschenkel, Dunkelwasserläufer, Teichwasserläufer aus. Wald- und Bruchwasserläufern fehlt das braune Gefieder, das den Rätselvogel unzweifelhaft kennzeichnet. Wirklich verwechselbar und ähnlich ist nur der Rotschenkel. Aber bei dem ist die Rückenbefiederung wesentlich feiner und die Kehlen- und Brustbefiederung ist wirkt mehr längspunktiert und nicht schuppig. Und eben diese schuppige oder dachziegelartige Befiederung ist ein nahezu untrügliches Kennzeichen des Kampfläufers. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Einige Besonderheiten sind nämlich – nach Informationen über die Brutbiologie dieser Art – noch zu nennen. Kampfläufer brüten in Skandinavien, dem Baltikum, in Polen, Weißrussland und im Norden Russlands, aber auch schon im Norden und Osten Deutschlands.

Beim Herbstzug fällt der extreme Geschlechtsdimorphismus auf. Das heißt, die Männchen erscheinen um etliche „Kleidergrößen“ größer, fast als handle es sich um zwei Arten.

Beim Frühjahrszug schauen die Männchen ganz anders aus als die weiblichen Exemplare. Die Männchen haben deutlich sichtbare weiße, rotbraune bzw. fast schwarze Halskrausen oder zumindest schon Ansätze davon. Die sind auf dem Zug bei uns schon sichtbar, für Balztänze werden sie aber erst in den Brutgebieten verwendet. Dort ist das Prachtkleid dann voll ausgeprägt. Der Name Kampfläufer bezieht sich wohl auf dieses an eine Ritterrüstung bei Turnieren erinnernde Balzgefieder der Männchen.

Und jetzt kommen wir zum Ende: Beim Rätselbild handelt es sich – um einen weiblichen Kampfläufer, also quasi um eine Kampfläuferin.

Und als Abschluss noch eine Bildfolge von männlichen Kampfläufern im Übergangskleid, so wie sie im Frühling am Inn auf dem Durchzug am Inn zu beobachten sind, verbunden mit einem Dankeschön an den Bildautor Ernst Ruthmann.