Stift Reichersberg mit dem Inn vor der Begradigung und Einengung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stattgefunden hat.

Vogelrätsel Nr. 21 mit Auflösung!

Das heutige „Vogelrätsel“ stelle ich unter Anführungszeichen. Weil gar kein Vogel deutlich zu sehen ist auf diesem Bild habe ich das Rätsel diesmal unter Anführungszeichen gesetzt.
Der Bildautor (Daniel Ruhm?) hat sich hinten auf dem Bild verewigt:

Das Bild – auf Papier gemalt – ist in einem schlechteren Zustand als hier auf der Fotorepro zu erahnen und sollte eigentlich restauriert werden.

Und die Rätselfragen:

1. Kann jemand etwas über den Bildautor und das Entstehungsjahr des Bildes (1824?) sagen oder in Erfahrung bringen?
Und 2. Welche Vögel waren typisch für den „Ur-Inn“, wie er am rechten Rand dieses Bildes dargestellt ist?

Antworten zu Frage 1 diesmal ausnahmsweise schicken. Frage 2 versuche ich, zu Beginn des kommenden Monats zu beantworten, auch wenn die Antwort diesmal – das lässt sich jetzt schon sagen – zu Wünschen übriglassen wird.

k.billinger@eduhi.at


Auflösung!

Der Inn zwischen Oberösterreich und Bayern wurde, kurz nachdem dieses Bild gemalt worden war, etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, begradigt und extrem stark im Lauf verändert, was wegen der starken Hochwässer zu einer schnellen Eintiefung geführt hat. Die Kraftwerke sind erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts gekommen und haben den Inn noch einmal verändert. So verändert, dass interessanterweise wieder wichtige Vogelschutzgebiete entstanden sind, die aber mit dem Fluss und den Auen von früher trotzdem nur schwer vergleichbar sind.

Zu den Arten, die es am „Urinn“, wie ich den Fluss von vor der Regulierung gerne nenne, bleiben Aussagen vage. Ganz allein mit Vermutungen möchte ich euch aber nicht lassen. Ich hab ein Buch, das annähernd aus der Zeit stammt, in der das Rätselbild gemalt wurde gesucht und auch gefunden.
Hier die Titelseite dieses Werkes, leider ohne Angabe des Erscheinungsjahres:

Aus diesem Buch hab ich einige Bildtafeln von Vögeln, vor allem solche, auf denen auch Arten mit Wasserbezug abgebildet sind, fotografiert, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt.

Auf Tafel 33 fällt sofort links oben der Triel auf, der damals allerdings noch anders genannt wurde.

Und auf allen weiteren Tafeln finden sich Arten, die es heute noch auch bei uns gibt und von denen anzunehmen ist, dass sie bei uns dauerhaft gelebt haben oder zumindest zeitweise an Inn und Salzach aufgetaucht sind. Ein paar der Vögel sind aber durchaus streichbar, da brauch ich euch auch gar nicht zu helfen dabei!

Ich freu mich mit euch, wenn ihr auf den Bildtafeln etliche „Bekannte“ trefft. Die Abbildungen sind nicht vergleichbar mit solchen in aktuellen Bestimmungsbüchern, aber trotzdem interessant! Viel Freude beim „Vogelschauen“!

Die leider unerfüllbare Sehnsucht lebt bei mir weiter, einmal einen Frühsommer lang mit der optischen Ausrüstung von heute, aber mit der Kondition von früher durch Auen von damals – siehe Rätselbild – herumstreifen zu können.

Karl Billinger