
Diesmal dient ein unscharfes Foto eines wie man erahnen kann weit entfernten Vogels als Rätselbild. Aber genau so wird man diesen Vogel im Winter – wenn man Glück hat – an den Innstauseen sehen können oder – wenn man ein gutes Spektiv hat – kann man diesen Vogel an den Salzkammergutseen im Winter fast immer finden. Fotografiert hat diesen Lappentaucher, soviel kann ich schon verraten, Florian Billinger im November 2025 im Innstau Obernberg-Egglfing. Aber welche von den hier in aufsteigender Größe aufgezählten Arten ist tatsächlich die passende für das Rätselbild: Zwerg-, Schwarzhals-, Ohren-, Rothals- oder Haubentaucher?
Für die Auflösung kann ich euch schon jetzt den Mund wässrig machen: Da hab ich von Norbert Pühringer vier ganz feine Fotos bekommen, auf denen die abgebildeten Vögel deutliche Unterscheidungsmerkmale zeigen.
k.billinger@eduhi.at
Auflösung!
Vielleicht hab ich schon bei der Aufgabenstellung zum Rätsel mit dem Outing, dass es sich um einen Lappentaucher handelt, zu viel verraten. Das wurde aber bewusst gesetzt, um den Verdacht, es könne sich beispielsweise um einen Wassertreter* handeln, gar nicht aufkommen zu lassen.
*Wassertreter stellen eine Gattung arktischer Limikolen dar, die bei uns in Mitteleuropa sehr selten auftauchen. Dazu zählen das Odins- und das Thorshühnchen.
Mit der Beschränkung auf Lappentaucher wollte ich die Interessierten gleich von Anfang an dort hinführen, wo man sehr genau hinschauen muss, wenn man weit entfernte Taucher bei üblen Wetterbedingungen sicher bestimmen möchte. Nämlich auf den Kopf, die Kopfform, den Schnabel, aber oft auch auf die Verteilung der dunklen und hellen Gefiederpartien am Kopf.
Jetzt aber zurück zum Rätsel:
Die Schlankheit und die hohe Kopfhaltung führt dazu, dass man Zwergtaucher gleich streichen kann, weil der sein Haupt gleich einmal um mindestens ein Stockwerk tiefer trägt. Die rundliche Kopfform und der eher kurze Schnabel erlauben es auf der anderen Seite der Größenskala, sowohl den Rothals- als auch den Haubentaucher ebenfalls zu streichen. So bleiben nur Schwarzhalstaucher und Ohrentaucher übrig. Die unterscheiden sich in etlichen Punkten, die noch genauer behandelt werden, in diesem speziellen Fall ist aber ein einziges Unterscheidungsmerkmal letztendlich stichhaltig, die anderen sollen aber aus pädagogischen Gründen nicht unerwähnt bleiben.

Dieses Bild zeigt einen Ohrentaucher im Schlichtkleid, so wie er (mit Glück) im Winter bei uns gesehen werden kann. Markant das rote Auge und der dolchartige Schnabel mit der weißen Spitze. Aber Halt! Während die weiße Spitze auf dem Rätselbild nicht einmal zu erahnen ist, sollten beim dolchartigen Schnabel die Alarmglocken schrillen. Der Schnabel beim Rätselbild wirkt nicht wie beim Ohrentaucher sich dolchartig oben und unten zur Spitze hin verjüngend, sondern er ist trotz der schlechten Bildqualität als aufgeworfen erkennbar, also leicht nach oben „gebogen“. Das passt nicht. Schauen wir nach einer kurzen Abzweigung, die für die Rätsellösung nicht benötigt wird, die aber wichtig erscheint zum nächsten Bild: Bei Ohrentauchern im Schlichtkleid wirkt der Kopf oft schlanker als gerade auf diesem Bild und die Hell-Dunkel-Grenze am Kopf verläuft bei den meisten Sichtungen fast gerade und so weit oben, dass das Auge nur ganz knapp im dunklen Bereich liegt.

Dieses Bild – ein Schwarzhalstaucher im winterlichen Schlichtkleid – zeigt einen Taucher, dessen Oberschnabel gerade verläuft, während der Unterschnabel sich zur Spitze von unten her hinbiegen muss. Aus diesem Grund wirkt der Schnabel aufgeworfen, eine Eigenschaft, die auf dem Rätselbild – wenn auch nicht überdeutlich – zu sehen ist. In diesem Fall muss die erwähnte Besonderheit des Schnabels ausreichen, um den Vogel auf dem Rätselbild sicher als Schwarzhalstaucher zu bestimmen. Neben dem Schnabel dient oft auch die tiefer angesetzte Hell-Dunkel-Grenze am Kopf, sodass das rote Auge deutlich innerhalb der schwarzen Zone liegt, als Unterscheidungsmerkmal. Außerdem ist der schwarze Bereich hinter dem Auge noch einmal deutlich in den unteren Wangenbereich hinunter ausgebuchtet, auf jeden Fall deutlicher als beim Ohrentaucher beim ersten Bild. Ein Unterscheidungsmerkmal, das man auch am Rätselbild erkennt ist, dass beim Schwarzhalstaucher die Kopfrundung nicht harmonisch, sondern durch eine oder auch zwei angedeutete „Spitzen“ gekennzeichnet ist, die der Ohrentaucher nicht oder weniger ausgeprägt zeigt.
Das war gar nicht so einfach diesmal. Aber hoffentlich lehrreich!
Zur Auflockerung und als Belohnung noch je ein Bild vom „Sieger“ und eines vom „Verlierer“ im Prachtkleid, weil es so schön ist bzw. weil sie so schön sind! Vor allem beim Schwarzhalstaucher erklärt sich im Prachtkleid der deutsche Name von selbst!


Ein herzlicher Dank gilt Norbert Pühringer für das Zur-Verfügung-Stellen der tollen Bilder!
Und ein verspäteter Neujahrswunsch von mir ganz am Schluss: Weil mir langsam die Ideen (und auch die Bilder) ausgehen für weitere Rätsel: Ich täte alle Interessierten einladen, selber Rätsel samt Auflösung zu erstellen, die wir gerne an dieser Stelle und natürlich mit Namensnennung veröffentlichen.
Wie geht’s: Zwei Textdateien, eine fürs Rätsel und eine für die Auflösung, Rätselbild und eventuelle Auflösungsbilder extra und nicht in den Text eingefügt senden. Alles andere machen Niklas und ich. Im Zweifel und zum Klären von eventuellen Fragen anrufen: +43 699 12257246 oder mailen: k.billinger@eduhi.at
Ich tät mich sehr freuen!


