
Dieses Rätselbild von Pietro Bellezza ist in seiner italienischen Heimat entstanden. Es handelt sich (dem Vogelrätsel thematisch folgend) tatsächlich um einen Vogel und nicht um ein ertrunkenes Westernpferd oder was immer es noch sein könnte. Nicht allzu oft, aber doch immer wieder kann man diesen Gast auch im Winter am unteren Inn oder in anderen Gewässern Österreichs entdecken. Es bleibt bei uns aber, weil man Glück braucht, um ihn zu Gesicht zu bekommen ein „Flaschenvogel“. Die Lösung des Vogelrätsels und die Erklärung des eben genannten Begriffs finden Sie Ende Jänner an dieser Stelle.
k.billinger@eduhi.at
Auflösung!
Gleich am Beginn, noch vor der Auflösung des Rätsels die Erklärung zum Begriff „Flaschenvogel“: Ganz besondere Ereignisse gehören gefeiert! Und das nur sehr schwer planbare Beobachten eines in unseren Breiten seltenen Vogels ist für Ornithologen ein besonderes Ereignis. Und ich hab mir das von einigen mir bekannten Ornithologen abgeschaut und den Brauch übernommen, dass ein solches Ereignis am Abend mit einem guten Glas Wein gefeiert wird. Und weil seltene Vögel in den meisten Fällen selten bleiben, hält sich die Gefahr, die mit dem Genuss von Alkohol zweifellos verbunden ist, zweifellos in sehr engen Grenzen.
Jetzt aber zum Rätsel: Diesen Vogel würde man als Mitteleuropäer in der Toskana nahe Pisa und an der Ligurischen Küste eher nicht vermuten. Weil er – und das ist anzunehmen – im Wasser schwimmt, wird es sich um einen „Wasservogel“ handeln. Auch scheint er gerade im Begriff zu sein, abzutauchen. Das Gefieder ist schwarz und weiß. Und, wie das Bild vermuten lässt, handelt es sich um einen Vogel, der gerne taucht. Von Körperform und Besonderheiten abgesehen gibt das Rätselbild keine oder zumindest sehr wenig Auskunft, Darum lade ich diesmal dazu ein, in einem Bestimmungsbuch der Vögel Europas die herauszusuchen, bei denen Schwarz-Weiß dominiert und das Bild dieses Vogels mit dem Rätselbild abzugleichen:
Bei den Schwimmenten findet man nichts Passendes, bei den Tauchenten schon. Der Reihererpel passt vom Schwarz-Weiß-Bild ganz gut, aber wenn man genauer abgleicht, scheinen bei dieser Art Schwarz und Weiß genau umgekehrt vorhanden zu sein. Ganz ähnlich verhält sich die Situation bei der männlichen Schellente und beim männlichen Gänsesäger. Bei den Erpeln von Zwergsäger und Eisente, beide recht selten bei uns, genau wie in der Toskana, sind sowohl die schwarzen als auch die weißen Gefiederpartien kleinflächiger als bei unserem Rätselbild. Gar nicht so einfach, hier die richtige Lösung zu finden und die Vogelart herauszurätseln.
Vielleicht bringt uns aber ein recht kleines Detail des Rätselbildes auf die richtige Spur: Etwas Lindgrünes, das auf dem Rätselbild rechts hinten, zwar unscheinbar, aber doch sichtbar ist, was immer bzw. wo immer es beim Vogel in Normalhaltung zu finden ist. So etwas findet man nur bei einer einzigen in Frage kommenden Art in unserem Gebiet: Das Eiderentenmännchen zeigt am Hals eine Gefiederpartie in diesem Lindgrün. Dass auch der Schnabel und die Beine bei den Männchen dieser Art diese Farbe zeigen, muss der Vollständigkeit halber aber auch noch erwähnt werden. Wie dieser Farbfleck rechts hinten aufs Rätselbild kommt, ob es sich dabei um den Hals oder um einen Fuß mit Schwimmhäuten handelt, ist mir selber ein Rätsel. Aber beim Rätselvogel handelt es sich tatsächlich um einen Erpel dieser nordischen Entenart, die bekannt ist für die Daunen, mit denen die Weibchen ihr Nest auspolstern. Und die Unsicherheit, die sich beim Abgleichen der Bilder von Reihererpel, Schellerpel und Gänsesägererpel ergeben hat ist jetzt auch klar: Der Eidererpel ist nämlich am Rücken weiß und an den Flanken schwarz. Diese Verteilung von hellen und dunklen Zonen ist bei den anderen genannten Arten genau umgekehrt!
Das Rätselbild, ebenfalls von Pietro Bellezza zur Verfügung gestellt, enthüllt das Rätsel vollständig:



