Vogelrätsel Nr. 11 Rätselbild Karl Billinger

Vogelrätsel Nr. 11 mit Auflösung!

Der Rätselvogel des Monats Mai sitzt im Geäst über Wasser. Er scheint den Interessierten Fragen stellen zu wollen: „Wer bin ich und was mach ich hier?“ oder vielleicht auch: „Wie alt schätzt du mich?“ Das Foto entstand übrigens im kleinen Teich zwischen der Schlossbucht Hagenau und der Hagenauer Bucht.


Auflösung!

Der Rätselvogel sitzt auf Geäst direkt überm Wasser und die großen Blätter vom Drüsigen Springkraut täuschen etwas. Der Vogel wirkt dadurch kleiner als er ist. Der stechende Blick und der Schnabel, dem man ein ähnliches Adjektiv zuordnen kann, verraten ihn schon einmal als Reiher. Der relativ dunkle Schnabel und das graubraune Gefieder verhindern, dass man sich gedanklich an eine Rohrdommel annähert. Weil es bei Reihern außer der eben genannten Rohrdommel aber keine Arten bei uns gibt, die als Altvogel solche Gefiedermerkmale zeigen, muss es sich um einen Jungvogel handeln. Die junge Zwergdommel schaut vom Gefieder her der „Großen“ Rohrdommel recht ähnlich, doch ist sie deutlich kleiner und auch für den Rätselvogel zu klein. Außerdem wären auch die Proportionen anders, der Schnabel wäre z.B. deutlich länger und schlanker. So bleibt als Lösung eigentlich nur ein Nachtreiher im Jugendkleid übrig.

Hier sieht man über einem Kleingewässer ganz nahe der Schlossbucht Hagenau sogar zwei dieser Jungvögel, die bereits flügge sind und aller Wahrscheinlichkeit nach in der gemischten Schreitvogelkolonie in der Reichersberger Au erbrütet worden sind. Einer der beiden zeigt noch Spuren vom Flaum seines Dunenkleids auf dem Kopf.

Im Gegensatz zum Jungvogel zeigt der Altvogel beim Nachtreiher ein markantes Gefieder mit weißen, grauen und schwarzen Partien, gekrönt durch lange weiße Schmuckfedern am schwarzen Scheitel. Auch dieses Foto entstand in der Hagenauer Bucht.